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BS Astro H50

Das “BS Astro H50” war ein Schnäppchen bei einem portugiesischen Astro-Händler (BrightStar, Hausmarke). Ein 2”-Okular, Brennweite 50 mm, Typ Huygens. Die Verarbeitung ist billig, aber O.K.

Beim Versuch, das Gesichtsfeld zu bestimmen, bin ich zunächst gescheitert. Als einfache Methode wollte ich ein Lineal an den Ort der Gesichtsfeldblende halten, um auf dem dann scharf abgebildeten Maßstab die Größe in mm abzulesen. Leider mußte ich feststellen, daß bei einem Huygens-Okular diese Blende zwischen den beiden Okularlinsen liegt.

Also zerlegen.

Hier die Teile, obere Reihe von rechts nach links: Steckhülse, Haltering der Feldlinse, Feldlinse, Blende; untere Reihe v.r.n.l.: Optikträger, Augenlinse, Okularhülle

Querschnitt:

1 Feldlinse (f»70 mm, D»40 mm)
2 Augenlinse (f»35 mm, D»20 mm)
3 Feldblende (D»23 mm)
4 Schraubring
5 Optikträger
6 Gehäuse
7 Augenmuschel
8 Steckhülse

d (1-2)»60 mm
d (1-3)»13 mm

1,2 aus Glas; 3,5,6 aus Plastik; 7 aus Gummi; 4,8 aus Metall (Messing?, jedenfalls kein Alu oder Stahl)

Bei der Betrachtung der Linsen fiel mir der zwar angerauhte, aber helle Rand auf (die Feldlinse hatte sogar einen kleinen Muschelbruch). Dieser wurde sofort mit schwarzem Filzstift abgedunkelt (Fotos: vorher - nachher). Eine Vergütung war scheinbar bei beiden Linsen vorhanden, vermutlich aber nur eine einfache, und nur auf der jeweils planen Seite.

Da ich nun die Größe der Feldblende kannte (23 mm), konnte ich das Gesichtsfeld mit der Formel g = 2 arctan (b / 2f) zu 26° berechnen. Dabei ist g der Bildfeldwinkel, b der Durchmesser der Blende und f die Okularbrennweite.
Dieser Wert hat mir nun aber garnicht gefallen, erklärte aber den tunnelartigen Blick durch das Okular.
Meine Frage war nun, was ohne die Blende passiert. Aus dem max. möglichen Durchlaß (Schraubring vor der Feldlinse, ca. 37 mm) kann man einen Bildfeldwinkel von 41° errechnen. Schon besser, das ist etwa das 2,5-fache Bildfeld!

Der Blendenring hält aber auch die Linse, also mußte ich einen Ersatzring aus einem Stück einer geschwärzten Papprolle zurechtschneiden:

Der kurze Test an Mond, Orionnebel und Sternen zeigte Schärfeeinbußen zum Rand hin. Trotzdem: Die Blende bleibt draußen!

Und hier noch eine praktische Verwendung des Okulars: Ein 300 mm Beroflex Teleobjektiv mit selbstgedrehtem 2”-Adapter (Vielen Dank an meinen Onkel!) wird zum Richfield-Teleskop bzw. Sucher, je nach Geschmack...
Da ich jetzt ja den Ort der Gesichtsfeldblende kenne, könnte ich ja noch ein Fadenkreuz einbauen. Mal sehen.